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Das Paradoxon der Veränderung: Warum echte Entwicklung erst durch Annahme beginnt

  • Autorenbild: Patrick Georg
    Patrick Georg
  • 29. März
  • 4 Min. Lesezeit
Ruhiger Bergsee nahe Rosenheim mit Spiegelung der Alpen und Steinen im Vordergrund. Patrick Georg erläutert das Paradoxon der Veränderung und das Konzept der radikalen Akzeptanz in seiner Praxis in Rosenheim.

Auf einen Blick: Was Sie heute mitnehmen können


  • Das Missverständnis: Warum der Versuch, Gefühle „wegzumachen“, sie oft nur verstärkt.

  • Die paradoxe Lösung: Warum wir uns erst ändern können, wenn wir akzeptieren, wer wir gerade sind.

  • Praktische Schritte: Wie Sie im Alltag in Rosenheim den Widerstand lockern und neue Handlungsspielräume gewinnen.

Kennen Sie das Gefühl, gegen eine unsichtbare Wand anzukämpfen? Viele Menschen, die meine Privatpraxis für Psychotherapie (HeilprG) in Rosenheim aufsuchen, kommen mit einem tiefen Wunsch zu mir: Sie möchten etwas an sich „wegmachen“. Sei es die quälende Angst, die ständige Unruhe oder ein schmerzhaftes Beziehungsmuster. Der Impuls ist zutiefst menschlich – wir vermeiden instinktiv, was uns Schmerz bereitet.


Doch genau hier begegnen wir einem der faszinierendsten Phänomene der menschlichen Psyche: dem Paradoxon der Veränderung. Es besagt, dass wir uns erst dann wirklich weiterentwickeln können, wenn wir voll und ganz annehmen, was gerade ist. Solange wir versuchen, jemand zu sein, der wir (noch) nicht sind, bleiben wir paradoxerweise im Alten verhaftet.



Vermeidung: Der gut gemeinte Schutzwall


Vermeidung ist ein ausgeklügeltes Überlebensprogramm. Wenn uns Situationen oder Gefühle überfordern, baut unsere Psyche Schutzmechanismen auf. Wir lenken uns ab, betäuben uns oder gehen schwierigen Konflikten aus dem Weg. In der psychologischen Fachwelt sprechen wir hierbei oft von „Experiential Avoidance“ (Erlebnisvermeidung).


Das Problem: Vermeidung löst die Ursache nicht, sie konserviert sie. Es ist, als würde man versuchen, einen Wasserball unter Wasser zu drücken. Es kostet enorme Kraft, und sobald die Konzentration nachlässt, schnellt der Ball mit doppelter Wucht an die Oberfläche. In meiner Arbeit in Rosenheim erlebe ich oft, dass dieser ständige Kampf gegen das eigene Erleben mehr Erschöpfung hervorruft als die eigentliche Belastung.



Das Paradoxon: „Veränderung geschieht, wenn man wird, was man ist“


Dieser Satz stammt von Arnold R. Beisser, einem Wegbereiter der Gestalttherapie. Er beschreibt eine Erfahrung, die zunächst kontraintuitiv klingt: Wahre Entwicklung braucht keinen Veränderungswunsch als Peitsche.


Stellen Sie sich vor, Sie stehen im Schlamm. Je wilder Sie strampeln, um herauszukommen (Vermeidung/Kampf), desto tiefer sinken Sie ein. Erst wenn Sie stillstehen, die Situation wahrnehmen und Ihre Position akzeptieren, gewinnen Sie die nötige Stabilität, um den nächsten Schritt zu planen.


In der psychologischen Begleitung bedeutet das: Wir schauen uns gemeinsam an, was gerade da ist – ohne es sofort bewerten oder optimieren zu wollen. Diese Haltung der radikalen Akzeptanz ist kein resigniertes Aufgeben. Es ist vielmehr ein mutiges „Ja“ zur Realität, durch das Ressourcen frei werden, die zuvor im Kampf gegen das eigene Ich gebunden waren.



Radikale Akzeptanz im Alltag in Rosenheim


Wie könnte eine solche Annahme konkret aussehen? Es beginnt oft mit kleinen Momenten der Achtsamkeit, die Sie auch gut in den Alltag im Chiemgau integrieren können:


  1. Wahrnehmen: Spüren Sie den Widerstand. Wo im Körper sitzt das „Ich will das nicht“?

  2. Benennen: Geben Sie dem Gefühl einen Namen, ohne es zu verurteilen. „Ah, da ist die Angst vor Ablehnung wieder.“

  3. Raum geben: Erlauben Sie dem Gefühl, für einen Moment da zu sein. Es muss nicht weg. Es darf sein, weil es bereits da ist.


Diese Schritte könnten dabei unterstützen, die Dynamik von Druck und Gegendruck in Ihrem Inneren zu mildern. Es geht nicht darum, alles gutzuheißen, was passiert. Es geht darum, die unnötige Qual des Widerstandes gegen das Unabänderliche loszulassen, um wieder handlungsfähig zu werden.



Wissenschaftliche Einordnung: ACT und Gestalttherapie


Die moderne Forschung, insbesondere die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT), stützt diese Ansätze. Studien legen nahe, dass psychische Flexibilität – also die Fähigkeit, schwierige Gedanken und Gefühle anzunehmen, während man werteorientiert handelt – ein wesentlicher Faktor für das psychische Wohlbefinden ist (Hayes et al., 2006).


Auch das Modell der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) nutzt radikale Akzeptanz als zentralen Baustein, um emotionale Krisen zu bewältigen. Es geht hierbei um die Balance zwischen Akzeptanz und Veränderung. Ohne das Fundament der Annahme fehlt der Veränderung die Wurzel.



Unterstützung finden in der Region Rosenheim


Der Weg von der Vermeidung hin zur Annahme ist oft herausfordernd, besonders wenn man ihn alleine geht. In meiner Privatpraxis für Psychotherapie (HeilprG) in Rosenheim begleite ich Menschen dabei, diese inneren Kämpfe behutsam zu beenden.


In einer vertrauensvollen Atmosphäre biete ich Ihnen Impulse an, die Ihnen dabei helfen könnten, Ihre eigenen Muster zu reflektieren und eine neue, achtsamere Haltung zu sich selbst einzunehmen.



Einladung zum Erstgespräch


Ich lade Sie zu einem kostenlosen telefonischen Erstgespräch ein – einem ersten, vertraulichen Gespräch, in dem Sie in Ruhe schauen können, ob sich der Kontakt richtig anfühlt und ob das, was Sie beschäftigt, hier einen Platz hat. Ohne Verpflichtung, in Ihrem eigenen Tempo.

Besuchen Sie für weitere Informationen auch meine Startseite unter www.patrickgeorg.de.



Fragen, die mir Klienten zu diesem Thema häufig stellen (FAQ)

Bedeutet Akzeptanz, dass ich alles gutfinden muss, was passiert? Nein, ganz im Gegenteil. Akzeptanz bedeutet lediglich, die Realität des Augenblicks anzuerkennen. Wenn es regnet, akzeptiere ich, dass es nass ist – das heißt nicht, dass ich den Regen lieben muss. Aber wenn ich aufhöre, mich über den Regen zu ärgern, habe ich die Hände frei, um einen Regenschirm aufzuspannen.


Werde ich mich jemals ändern, wenn ich mich so annehme, wie ich bin? Das ist das Herzstück des Paradoxons: Ja. Durch die Annahme fällt der enorme Stress des „Sich-Verstellen-Müssens“ weg. In diesem entspannteren Zustand hat Ihr System erst die Kapazität, neue Wege und Verhaltensweisen überhaupt auszuprobieren.


Wie unterscheidet sich Akzeptanz von Resignation? Resignation ist passiv und oft von Hoffnungslosigkeit geprägt („Es bringt ja eh alles nichts“). Radikale Akzeptanz ist ein aktiver, bewusster Akt der Zuwendung zum jetzigen Moment, um aus einer stabilen Basis heraus wieder agieren zu können.


Hinweis: Als Heilpraktiker für Psychotherapie (HeilprG) gebe ich keine Heilversprechen ab. Weder Linderung noch Besserung können garantiert werden. Die Begleitung in meiner Praxis dient der psychologischen Unterstützung und der Aktivierung eigener Ressourcen – sie ersetzt keine fachärztliche oder psychiatrische Behandlung und keine Psychotherapie nach dem Psychotherapeutengesetz, kann aber eine sinnvolle Ergänzung sein. Die Inhalte dieses Beitrags dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle therapeutische Begleitung.

Quellen & weiterführende Literatur für Interessierte:

  • Beisser, A. R. (1970). Die paradoxe Theorie der Veränderung. In: Fagan, J. & Shepherd, I. L. (Hrsg.): Gestalttherapie.

  • Hayes, S. C., Luoma, J. B., Bond, F. W., Masuda, A., & Lillis, J. (2006). Acceptance and Commitment Therapy: Model, processes and outcomes. Behaviour Research and Therapy.

  • Linehan, M. M. (1993). Cognitive-Behavioral Treatment of Borderline Personality Disorder. Guilford Press.

KI-gestützter Content – Mit Herz und Verstand von mir überarbeitet.

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