Einsamkeit: Wenn Alleinsein mehr ist als fehlende Gesellschaft


Auf einen Blick: Was Sie heute mitnehmen können
Ein voller Kalender schützt nicht immer vor Einsamkeit: Sie können regelmäßig unter Menschen sein und sich nach einem Treffen trotzdem nicht verbunden oder persönlich gesehen fühlen.
Alleinsein und Einsamkeit beschreiben unterschiedliche Erfahrungen: Zeit ohne Gesellschaft kann angenehm sein. Einsamkeit kann auftreten, wenn persönliche Gespräche, Verlässlichkeit oder Zugehörigkeit fehlen.
Anhaltende Einsamkeit kann den Alltag belasten: Manche Menschen schlafen schlechter, fühlen sich niedergeschlagen oder ziehen sich zunehmend von anderen zurück.
Enttäuschende Begegnungen können weiteren Rückzug begünstigen: Wer sich bei einem Treffen übergangen oder wenig verstanden erlebt, sagt eine weitere Einladung möglicherweise eher ab. Dadurch entstehen unter Umständen weniger Gelegenheiten für einen vertrauten Austausch.
Persönliche Gespräche hängen nicht nur von der Zahl der Treffen ab: Wichtig kann sein, ob auch das zur Sprache kommt, was Sie persönlich beschäftigt, bewegt oder Ihnen wichtig ist und wie Ihr Gegenüber darauf reagiert.
Der Abend war angenehm. Die Runde war groß, das Essen gut und die Gespräche lebhaft. Jemand fragte nach der Arbeit, ein anderer erzählte vom Urlaub. Sie haben gelacht und sich beteiligt.
Auf dem Weg zum Auto fällt Ihnen auf, dass kaum jemand erfahren hat, wie es Ihnen in den vergangenen Wochen wirklich ging. Etwas, das Sie persönlich beschäftigt oder bewegt, blieb unausgesprochen. Vielleicht war kein passender Moment da. Vielleicht wurden Sie gefragt und antworteten wie gewohnt: „Alles gut.“ Vielleicht wechselte das Gespräch, sobald es persönlicher wurde.
Der Abend kann angenehm gewesen sein. Auf dem Heimweg kann trotzdem das Gefühl der Einsamkeit aufkommen.
Einsamkeit lässt sich nicht zuverlässig an der Zahl der Kontakte erkennen. Ein Mensch kann nur wenige Menschen regelmäßig sehen und sich dennoch verbunden und gut aufgehoben fühlen. Ein anderer kann täglich mit Kollegen, Freunden oder Familienmitgliedern zusammen sein und trotzdem Nähe, persönlichen Austausch oder Zugehörigkeit vermissen.
Für die Einordnung ist deshalb eine Unterscheidung wichtig: In der Forschung bezeichnet soziale Isolation das objektiv geringe Ausmaß sozialer Beziehungen und Kontakte. Das sagt zunächst nichts darüber aus, ob ein Mensch darunter leidet. Einsamkeit beschreibt dagegen das persönliche Erleben, dass die vorhandenen Beziehungen nicht dem entsprechen, was man sich an Nähe, Austausch oder Zugehörigkeit wünscht.¹
Warum viele Kontakte Einsamkeit nicht immer verhindern
Der Soziologe Robert Weiss unterschied zwischen sozialer und emotionaler Einsamkeit. Soziale Einsamkeit kann entstehen, wenn ein Freundeskreis, eine Gruppe oder das Gefühl fehlt, zu einem sozialen Umfeld dazuzugehören. Emotionale Einsamkeit kann auftreten, wenn eine enge, vertraute Beziehung fehlt, in der persönliche Gedanken, Gefühle und wichtige Erlebnisse geteilt werden können.¹
Diese Unterscheidung kann verständlich machen, weshalb ein gut gefüllter Kalender wenig über das Erleben eines Menschen aussagt.
Jemand kann viele Bekannte haben und regelmäßig eingeladen werden. In den Gesprächen geht es um Arbeit, Freizeit, Nachrichten oder gemeinsame Erinnerungen. Wird es persönlicher, folgt vielleicht ein schneller Ratschlag, ein Themenwechsel oder ein scherzhafter Kommentar. Danach kann der Eindruck bleiben, dass das, was einen gerade wirklich beschäftigt oder bewegt, im Gespräch kaum beachtet wurde.
Auch die eigene Rolle in einer Gruppe kann eine Rolle spielen. Manche Menschen organisieren Treffen, hören aufmerksam zu und fragen bei anderen nach. Über die eigene Situation sprechen sie wenig. Andere gelten als zuverlässig, ruhig oder humorvoll. Die Umgebung kennt dann vor allem diese Seite. Wenn persönliche Gedanken, Wünsche oder Belastungen kaum angesprochen werden, wissen andere möglicherweise nicht, wie es der Person tatsächlich geht.
Menschen entscheiden aus vielen Gründen, was sie erzählen. Privatsphäre, Scham, Unsicherheit oder Erfahrungen aus früheren Gesprächen können beeinflussen, ob ein persönliches Thema angesprochen wird.
Ein vertrauter Austausch lässt sich an konkreten Situationen beschreiben. Eine Person hört bis zum Ende zu, fragt nach und erinnert sich beim nächsten Treffen an das Gespräch. Auch Meinungsverschiedenheiten beenden den Kontakt nicht sofort. Solche Erfahrungen können dazu beitragen, dass sich jemand ernst genommen und zugehörig erlebt.
Auch gute und verlässliche Kontakte schließen Einsamkeit nicht in jeder Lebenssituation aus. Trauer, eine Trennung, ein Umzug oder der Verlust einer vertrauten Person können weiterhin mit einem Gefühl von Einsamkeit verbunden sein. Ebenso kann es Zeit brauchen, bis aus neuen Begegnungen Verlässlichkeit entsteht.
Wenn das Gefühl des Alleinseins vor allem innerhalb einer Partnerschaft auftritt, behandelt der Beitrag Gemeinsam einsam: Wenn Zweisamkeit nicht verbindet diese besondere Situation ausführlicher.

Welche Beschwerden mit anhaltender Einsamkeit zusammenhängen können
Einsamkeit ist zunächst ein persönliches Erleben. Sie ist keine Diagnose. Dennoch untersuchen zahlreiche Studien, ob anhaltende Einsamkeit mit psychischen und körperlichen Beschwerden zusammenhängt.
Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit von Louise Hawkley und John Cacioppo beschreibt Zusammenhänge mit erhöhter Aufmerksamkeit für mögliche Zurückweisung, schlechterer Schlafqualität, depressiven Beschwerden und verschiedenen gesundheitlichen Belastungen.² Diese Zusammenhänge sagen jedoch nicht voraus, welche Beschwerden bei einem einzelnen Menschen auftreten.
Im Alltag könnte sich eine stärkere Aufmerksamkeit für mögliche Ablehnung zum Beispiel darin zeigen, dass Situationen schneller negativ eingeordnet werden. Eine verzögerte Nachricht kann als Desinteresse verstanden werden. Ein kurzer Blick während eines Gesprächs kann als Zeichen von Langeweile interpretiert werden. Nach einem Treffen werden einzelne eigene Aussagen vielleicht noch einmal durchgegangen, um zu prüfen, ob man etwas gesagt oder getan hat, das beim Gegenüber negativ angekommen sein könnte.
Solche Bewertungen müssen nicht zutreffen. Sie können jedoch beeinflussen, wie der nächste Kontakt begonnen oder vermieden wird. Wer mit einer Zurückweisung rechnet, schreibt möglicherweise keine zweite Nachricht, sagt ein Treffen ab oder bleibt in Gesprächen bei unverfänglichen Themen.
Auch Schlafprobleme können mit Einsamkeit zusammenhängen. Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Einsamkeit und schlechterer Schlafqualität, ohne dass daraus eine klare Ursache und Wirkung abgeleitet werden kann.² Manche Menschen liegen nach Begegnungen lange wach und denken über Gespräche oder einzelne Aussagen nach. Schlafmangel kann am nächsten Tag zu Müdigkeit führen und sich auf Konzentration, Belastbarkeit und den Alltag auswirken. Das kann wiederum beeinflussen, wie offen, geduldig oder aktiv wir mit anderen Menschen in Kontakt treten.
Gleichzeitig können Schlafprobleme, Erschöpfung, Gereiztheit oder Niedergeschlagenheit viele andere Gründe haben. Sie sind kein Beweis für Einsamkeit. Anhaltende oder deutliche Beschwerden sollten deshalb ärztlich oder psychotherapeutisch eingeschätzt werden.
Eine große Metaanalyse untersuchte, wie die drei Faktoren Einsamkeit, soziale Isolation und Alleinleben mit Sterblichkeit zusammenhängen. Alle drei waren im Durchschnitt mit einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko verbunden.³ Solche statistischen Ergebnisse beschreiben Gruppen über längere Zeiträume. Sie erlauben keine Vorhersage für eine einzelne Person und belegen keine einfache Beziehung zwischen Ursache und Wirkung.
Für den einzelnen Menschen lässt sich daraus weder eine Diagnose noch eine persönliche Prognose ableiten. Wenn Einsamkeit über längere Zeit belastet oder weitere Beschwerden hinzukommen, kann eine fachliche Einschätzung sinnvoll sein.
Warum persönliche Gespräche manchen Menschen schwerfallen können
Vor einem Treffen nehmen Sie sich vielleicht vor, etwas Persönliches anzusprechen, das Sie schon länger beschäftigt. Als Sie gefragt werden, antworten Sie trotzdem: „Passt schon.“ Später ärgern Sie sich vielleicht darüber, dass Sie das, was Sie eigentlich sagen wollten, doch nicht angesprochen haben.
Dafür kann es verschiedene Gründe geben.
Beim letzten Versuch kam möglicherweise sofort ein schneller Rat, obwohl zunächst Zuhören gebraucht worden wäre. Ein persönliches Thema wurde vielleicht weitererzählt oder es entstand der Eindruck, mit den eigenen Sorgen zur Belastung zu werden. Auch die Angst, weinerlich, bedürftig oder kompliziert zu wirken, kann dazu führen, dass etwas Persönliches am Ende doch nicht ausgesprochen wird.
Manche Menschen hören anderen aufmerksam zu, fragen nach und sind bei deren Themen sehr präsent. Wenn es um die eigene Situation geht, antworten sie dagegen eher kurz oder wechseln schnell wieder zum Gegenüber. Das kann dazu führen, dass andere nur wenig darüber erfahren, was sie selbst beschäftigt oder bewegt.
Auch Bindungsmuster können dabei eine Rolle spielen. Eine Metaanalyse mit 224 Studien fand Zusammenhänge zwischen Bindungsangst, Bindungsvermeidung, Einsamkeit und weiteren psychischen Belastungen.⁴ Daraus allein lässt sich jedoch nicht ableiten, warum ein einzelner Mensch persönliche Gespräche vermeidet oder welche Erfahrungen dafür verantwortlich sind.
Für die Gegenwart kann deshalb genauer betrachtet werden, was in konkreten Begegnungen passiert. Vielleicht wird ein persönlicher Satz sofort relativiert, ein Treffen aus Unsicherheit abgesagt oder ein Gegenüber auf Abstand gehalten, obwohl der Kontakt grundsätzlich verlässlich erscheint. Entscheidend ist zunächst, was tatsächlich passiert, ohne daraus vorschnell eine Ursache oder Schuld abzuleiten.
Auch Trauer, eine depressive Phase, starke Angst vor Bewertung, eine körperliche Erkrankung oder ein Umzug können persönliche Gespräche erschweren. Deshalb lässt sich Einsamkeit nicht grundsätzlich auf frühe Bindungserfahrungen zurückführen.
Der Beitrag Bindungstypen: Der unsichtbare Kompass unserer Beziehungen ordnet genauer ein, wie Nähe und Abstand in unterschiedlichen Beziehungen erlebt werden können. Bindungsmuster sind dabei keine feste Identität und reichen nicht aus, um die gesamte Situation eines Menschen zu erklären.
Welche Situationen Einsamkeit verstärken können
Die folgenden Beispiele treffen nicht auf alle Menschen zu. Sie können jedoch zeigen, welche Situationen dazu beitragen können, dass vorhandene Kontakte nicht als ausreichend nah oder verbindend erlebt werden.
Wenn Scham den nächsten Schritt erschwert
Sätze wie „In meinem Alter müsste ich längst einen festen Freundeskreis haben“ oder „Andere bekommen das doch auch hin“ können Scham und Selbstzweifel verstärken. Es kann dann die Sorge entstehen, eine Einladung werde nur aus Mitleid angenommen oder eine persönliche Aussage nicht ernst genommen.
Dadurch kann es schwerer werden, einen konkreten Schritt auf andere zuzugehen. Statt „Hast du am Donnerstag Zeit für einen Spaziergang?“ bleibt es vielleicht bei „Wir müssten uns mal wieder sehen.“ Ob daraus ein Treffen entsteht, hängt jedoch von vielen Faktoren ab.
Scham kann auch dazu führen, dass Einsamkeit gar nicht angesprochen wird. Das Gegenüber weiß dann möglicherweise nicht, dass mehr Kontakt oder persönlicherer Austausch gewünscht ist. Das bedeutet keine persönliche Schuld. Es beschreibt lediglich eine mögliche Situation, in der Wünsche auf beiden Seiten unausgesprochen bleiben.
Digitale Kontakte können unterschiedlich erlebt werden
Nachrichten, Videoanrufe und soziale Netzwerke können Nähe und Austausch ermöglichen, besonders wenn persönliche Treffen schwierig oder selten möglich sind.
Wie persönlich ein digitaler Kontakt erlebt wird, kann sehr unterschiedlich sein. Ein längeres Gespräch per Nachricht kann aufmerksam und vertraut wirken. Eine Reihe kurzer Reaktionen kann sich dagegen weniger persönlich anfühlen, obwohl daraus nicht auf mangelndes Interesse geschlossen werden kann.
Nach einem digitalen Austausch kann es deshalb sinnvoller sein, auf die Qualität des Kontaktes zu schauen als nur auf das Medium. Konnte etwas Persönliches angesprochen werden und wurde darauf eingegangen? Die Art des Mediums allein sagt wenig darüber aus, wie verbunden sich jemand danach fühlt.
Wenn sich der Alltag verändert
Ein Umzug, eine Trennung, der Eintritt in den Ruhestand, eine Erkrankung oder die Pflege eines Angehörigen können bestehende Kontakte und gewohnte Abläufe verändern. Treffen finden vielleicht seltener statt, gemeinsame Routinen fallen weg oder bisher vertraute Beziehungen verändern sich. Solche Lebensveränderungen stehen in Studien teilweise mit Veränderungen des Einsamkeitserlebens in Zusammenhang.
Das bedeutet nicht, dass solche Veränderungen zwangsläufig Einsamkeit auslösen. Manche Menschen erleben neue Freiräume oder bauen neue Kontakte auf. Andere vermissen zunächst vertraute Menschen, gemeinsame Gewohnheiten oder das Gefühl von Zugehörigkeit.
Wenn Rückzug weitere Enttäuschungen verhindern soll
Nach einer unangenehmen oder enttäuschenden Begegnung kann zunächst der Wunsch entstehen, Abstand zu nehmen oder eine weitere Einladung abzulehnen. Dahinter kann der Versuch stehen, sich vor einer erneuten Enttäuschung oder Zurückweisung zu schützen. Rückzug ist deshalb nicht grundsätzlich problematisch.
Anders kann es aussehen, wenn aus der Erwartung weiterer Enttäuschungen immer häufiger Treffen vermieden werden. Dann gibt es möglicherweise weniger Gelegenheiten, mit anderen Menschen auch andere Erfahrungen zu machen. Forschung zeigt Zusammenhänge zwischen erwarteter Zurückweisung, Einsamkeit und sozialem Rückzug, ohne daraus einen festen Ablauf für einzelne Menschen ableiten zu können.
Entscheidend ist deshalb weniger eine einzelne Absage als die Frage, was hinter dem Rückzug steht und ob er auf Dauer noch zu dem passt, was sich jemand an Kontakt, Nähe und Austausch eigentlich wünscht.
Impulse für den Alltag
Nach einem Treffen entsteht manchmal schnell der allgemeine Satz: „Ich passe nirgendwo dazu.“ Eine kurze Rückschau kann genauer zeigen, wie Sie das Treffen erlebt haben und was Sie möglicherweise vermisst haben. Vielleicht war die Gruppe zu groß, ein persönliches Thema wurde übergangen oder etwas, das Ihnen wichtig war, blieb unausgesprochen.
Die folgenden Impulse sind Anregungen, genauer auf die eigenen Kontakte und Wünsche zu schauen. Es geht weder darum, sich jedem Menschen gegenüber zu öffnen noch möglichst viele Treffen zu vereinbaren.
Nach einem Treffen konkret festhalten, was passiert ist: Statt „Es war wieder oberflächlich“ könnte dort stehen: „Als ich etwas Persönliches ansprach, wechselte das Gespräch nach zwei Sätzen.“ Eine genauere Beschreibung kann es leichter machen, das eigene Erleben des Treffens einzuordnen.
Eine Person für ein ruhigeres Treffen auswählen: In einer großen Runde bleibt für persönliche Gespräche manchmal weniger Gelegenheit. Ein Spaziergang, ein Kaffee oder ein Telefonat zu zweit kann einen anderen Rahmen für den Austausch bieten.
Eine Einladung konkret formulieren: Statt „Wir müssten uns mal wieder sehen“ kann beispielsweise gefragt werden: „Hast du am Donnerstag um 18 Uhr Zeit für einen Spaziergang?“ So weiß das Gegenüber, was genau vorgeschlagen wird.
Etwas Persönliches nicht sofort zurücknehmen: Wer einen persönlichen Satz gleich mit „Aber ist schon okay“ relativiert, beendet das Thema möglicherweise selbst sehr schnell. Ein kurzer Moment, in dem der Satz einfach stehen bleiben darf, kann zeigen, wie das Gegenüber darauf reagiert.
Den eigenen Rückzug genauer anschauen: Eine Einladung wird vielleicht abgelehnt, weil Ruhe gebraucht wird. Ein anderes Mal steht möglicherweise die Erwartung dahinter, erneut enttäuscht oder zurückgewiesen zu werden. Es kann sich lohnen, diese unterschiedlichen Gründe auseinanderzuhalten und zu prüfen, ob der Rückzug noch zu dem passt, was Sie sich an Kontakt und Nähe wünschen.
Länger anhaltende Beschwerden fachlich einschätzen lassen: Deutliche Schlafprobleme, anhaltende Niedergeschlagenheit, starke Angst vor Begegnungen oder zunehmender Rückzug sollten unabhängig von der vermuteten Ursache fachlich abgeklärt werden. Bei akuter Selbstgefährdung ist eine sofortige ärztliche Notfallversorgung erforderlich.
Begleitung in Rosenheim
Manche Menschen sind regelmäßig unter Kollegen, Freunden oder Verwandten und übernehmen häufig die Rolle des Zuhörers. Sie sind für andere da, erzählen über sich selbst aber vielleicht nur wenig. Andere wünschen sich mehr persönlichen Austausch und merken gleichzeitig, dass sie sich nach enttäuschenden Erfahrungen eher zurückziehen oder bei neuen Begegnungen vorsichtiger werden.
In der Begleitung kann gemeinsam angeschaut werden, was in solchen Situationen tatsächlich passiert. Was wird ausgesprochen, was bleibt zurückgehalten und wann entsteht der Wunsch, sich zurückzuziehen? Dabei muss keine bestimmte Ursache vorausgesetzt werden. Entscheidend ist zunächst, welche Situationen sich heute wiederholen, was Sie sich in Beziehungen und Kontakten wünschen und welche Veränderungen im Alltag für Sie möglich sind.
Dabei kann es auch darum gehen, Unterschiede genauer wahrzunehmen. Zum Beispiel kann betrachtet werden, bei welchen Menschen persönlicher Austausch leichter fällt, in welchen Situationen eher Rückzug entsteht und welche Kontakte sich trotz regelmäßiger Begegnungen wenig verbindend anfühlen. So kann nach und nach klarer werden, was Ihnen in Beziehungen und Begegnungen tatsächlich wichtig ist.
Einladung zum Erstgespräch
Wenn Sie sich trotz regelmäßiger Kontakte häufig allein fühlen oder persönliche Gespräche zunehmend vermeiden, kann ein erstes Gespräch genauer erfassen, was bei Treffen, im Rückzug und danach passiert.
Ich lade Sie zu einem kostenlosen telefonischen Erstgespräch ein – einem ersten, vertraulichen Gespräch, in dem Sie in Ruhe schauen können, ob sich der Kontakt für Sie stimmig anfühlt und ob das, was Sie beschäftigt, hier einen Platz hat. Ohne Verpflichtung, in Ihrem eigenen Tempo.
Für weitere Informationen besuchen Sie auch gerne meine Website unter www.patrickgeorg.de.
Fragen, die mir Klienten zu diesem Thema häufig stellen (FAQ)
Kann Einsamkeit trotz vieler Kontakte auftreten?
Das kann vorkommen. Die Zahl der Begegnungen sagt wenig darüber aus, wie nah, persönlich oder verbindend die vorhandenen Kontakte erlebt werden. Manche Menschen vermissen Nähe, persönlichen Austausch oder Zugehörigkeit, obwohl sie regelmäßig unter anderen sind.
Worin unterscheiden sich Alleinsein, soziale Isolation und Einsamkeit?
Alleinsein beschreibt zunächst eine Situation ohne Gesellschaft. In der Forschung bezeichnet soziale Isolation eine objektiv geringe soziale Einbindung. Das sagt zunächst nichts darüber aus, ob ein Mensch darunter leidet. Einsamkeit bezeichnet dagegen das persönliche Erleben, dass die vorhandenen Beziehungen nicht dem entsprechen, was man sich an Nähe, Austausch oder Zugehörigkeit wünscht. Diese Bereiche können gemeinsam auftreten, müssen es jedoch nicht.
Werden Einsamkeitsgefühle durch mehr soziale Kontakte geringer?
Das lässt sich nicht allgemein sagen. Wenn tatsächlich Begegnungen fehlen, können zusätzliche Kontakte eine Möglichkeit sein. Wer bereits regelmäßig unter Menschen ist, vermisst möglicherweise eher Nähe, persönlichen Austausch oder Zugehörigkeit. Entscheidend ist deshalb nicht allein die Zahl der Kontakte, sondern auch, wie die vorhandenen Beziehungen erlebt werden.
Was kann ich tun, wenn mir persönliche Gespräche schwerfallen?
Ein kleiner Einstieg kann leichter sein als eine sehr umfassende Offenlegung. Sie könnten einer vertrauten Person etwas erzählen, das Sie gerade beschäftigt, bewegt oder Ihnen wichtig ist. Die Reaktion des Gegenübers kann einen Eindruck davon vermitteln, wie sich ein persönlicherer Austausch mit dieser Person anfühlt.
Wann kann psychologische Begleitung bei Einsamkeit sinnvoll sein?
Eine Begleitung kann in Betracht kommen, wenn Einsamkeit über längere Zeit belastet, Treffen zunehmend vermieden werden oder Scham, Niedergeschlagenheit und Schlafprobleme den Alltag deutlich beeinflussen. Dabei kann gemeinsam genauer betrachtet werden, wie Sie Ihre Kontakte erleben, wann Rückzug entsteht und was Sie sich an Nähe, Austausch oder Zugehörigkeit wünschen. Eine bestimmte Ursache oder ein bestimmtes Ergebnis lässt sich daraus nicht vorhersagen.
Hinweis: Als Heilpraktiker für Psychotherapie (HeilprG) gebe ich keine Heilversprechen ab. Weder Linderung noch Besserung können garantiert werden. Die Begleitung in meiner Praxis dient der psychologischen Unterstützung und der Aktivierung eigener Ressourcen. Sie ersetzt keine ärztliche oder psychiatrische Behandlung und keine Psychotherapie durch approbierte Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten, kann aber eine sinnvolle Ergänzung sein. Die Inhalte dieses Beitrags dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle fachliche Einschätzung oder Begleitung.
Quellen & weiterführende Literatur für Interessierte
Weiss, R. S. (1973): Loneliness: The Experience of Emotional and Social Isolation. MIT Press.
Hawkley, L. C. & Cacioppo, J. T. (2010): Loneliness Matters: A Theoretical and Empirical Review of Consequences and Mechanisms. Annals of Behavioral Medicine, 40(2), 218–227.
Holt-Lunstad, J., Smith, T. B., Baker, M., Harris, T. & Stephenson, D. (2015): Loneliness and Social Isolation as Risk Factors for Mortality: A Meta-Analytic Review. Perspectives on Psychological Science, 10(2), 227–237.
Zhang, X., Li, J., Xie, F., Chen, X., Xu, W. & Hudson, N. W. (2022): The Relationship Between Adult Attachment and Mental Health: A Meta-Analysis. Journal of Personality and Social Psychology, 123(5), 1089–1137.
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