Impostor-Syndrom: Wenn sich Erfolg wie Hochstapelei anfühlt


Auf einen Blick: Was Sie heute mitnehmen können
Erfolg und Selbstzweifel können gleichzeitig da sein: Gute Leistungen, Lob oder eine Beförderung führen nicht bei jedem dazu, die eigene Kompetenz auch selbst anzuerkennen.
Erfolge können schnell kleingeredet werden: Vielleicht war es nur Glück, gutes Timing oder eine leichte Aufgabe, während ein Fehler sofort viel über die eigenen Fähigkeiten zu sagen scheint.
Selbst großer Aufwand macht den Erfolg nicht immer glaubwürdiger: Nach einer sehr intensiven Vorbereitung kann der Gedanke bleiben: „Das hat nur geklappt, weil ich mich so extrem vorbereitet habe.“
Das Impostor-Syndrom ist keine eigenständige psychische Diagnose: Der Begriff beschreibt ein Erleben, das in sehr unterschiedlichen Gruppen untersucht wurde und unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann.
Ein genauer Blick auf die eigene Bewertung kann aufschlussreich sein: Nicht nur das Ergebnis zählt, sondern auch die Frage, wie Sie sich Erfolg, Lob und Fehler anschließend erklären.
Sie bekommen nach einem Projekt eine sehr gute Rückmeldung. Der Vorgesetzte bedankt sich ausdrücklich für Ihre Arbeit, ein Kollege sagt, dass ohne Ihren Beitrag vieles nicht so gut gelaufen wäre.
Das wäre ein ziemlich klarer Erfolg.
Trotzdem denken Sie auf dem Heimweg nicht: „Das habe ich gut gemacht.“
Vielleicht denken Sie eher: „Ich hatte einfach Glück mit dem Projekt.“ Oder: „Die anderen wissen gar nicht, wie unsicher ich dabei war.“ Vielleicht kommt auch schon der nächste Gedanke: „Beim nächsten Mal erwarten sie jetzt noch mehr. Dann merken sie wahrscheinlich, dass ich das gar nicht kann.“
Am nächsten Morgen reicht ein kleiner Fehler in einer Mail, und plötzlich fühlt sich genau dieser Fehler glaubwürdiger an als das Lob vom Vortag.
Dieses Erleben wird häufig als Impostor-Syndrom bezeichnet. In der psychologischen Forschung ist meist vom Impostor Phenomenon die Rede. Im Deutschen wird auch der Begriff Hochstapler Erleben verwendet. Es handelt sich dabei nicht um eine eigenständige psychische Diagnose.¹ ²
Selbstzweifel trotz nachweisbarer Erfolge
Pauline Clance und Suzanne Imes beschrieben das Impostor Phenomenon 1978 zunächst bei mehr als 150 erfolgreichen Frauen. Trotz guter akademischer und beruflicher Leistungen hatten viele von ihnen Schwierigkeiten, die eigenen Erfolge als Ausdruck ihrer Fähigkeiten anzunehmen.¹
Seitdem wurde das Impostor-Syndrom in unterschiedlichen Altersgruppen, Berufsgruppen sowie bei Frauen und Männern untersucht. Ein systematischer Review aus dem Jahr 2020 wertete 62 Studien mit insgesamt 14.161 Teilnehmern aus. Die berichteten Häufigkeiten lagen je nach Studie, Messinstrument und Grenzwert zwischen 9 und 82 Prozent.²
Gerade diese große Spannweite ist wichtig. Die oft zitierte Aussage, rund 70 Prozent aller Menschen hätten irgendwann ein Impostor-Syndrom, ist deutlich zu pauschal. Die Forschung verwendet unterschiedliche Skalen und Schwellenwerte, und viele der untersuchten Stichproben waren auf bestimmte Berufs oder Ausbildungsgruppen begrenzt.²
Beim Impostor-Syndrom können sichtbare Erfolge und die eigene Bewertung davon deutlich auseinanderliegen.
Sie haben ein Projekt erfolgreich abgeschlossen und denken trotzdem: „So schwierig war das eigentlich gar nicht.“ Der eigene Einsatz und die eigenen Fähigkeiten geraten dabei schnell in den Hintergrund.
Sie erhalten Lob und denken trotzdem, dass der Erfolg eher mit günstigen Umständen als mit den eigenen Fähigkeiten zu tun hatte.
Sie werden befördert, doch statt die Beförderung auch als Zeichen Ihrer bisherigen Leistung zu sehen, zweifeln Sie vielleicht daran, ob Sie der neuen Position wirklich gewachsen sind und sorgen sich, dass auch andere das irgendwann so sehen könnten.
Das bedeutet nicht, dass jeder Zweifel nach einem Erfolg ein Impostor-Syndrom ist. Gerade bei neuen Aufgaben ist Unsicherheit normal und kann sogar sinnvoll sein. Interessant wird das Muster dort, wo Erfolge und Lob immer wieder an Bedeutung verlieren, während einzelne Fehler sehr schnell als Beweis gegen die eigene Kompetenz gelten.
Warum Erfolge die eigenen Zweifel nicht immer verändern
Eigentlich könnte man erwarten, dass sich Selbstzweifel mit jedem Erfolg ein Stück erledigen. Sie bestehen eine Prüfung, ein Projekt läuft gut, eine Präsentation kommt an oder Sie übernehmen erfolgreich mehr Verantwortung. Trotzdem verändern diese Erfolge die Zweifel an den eigenen Fähigkeiten nicht immer so stark, wie man erwarten könnte.
Beim Impostor-Syndrom kann es vorkommen, dass der eigene Anteil an solchen Erfolgen wenig Bedeutung bekommt. Dann erscheint die Prüfung im Nachhinein vielleicht gar nicht so schwer, das gute Ergebnis wird vor allem dem Team zugeschrieben oder günstigen Umständen. Solche Erklärungen können durchaus stimmen. Entscheidend ist eher, ob Sie den eigenen Anteil an Erfolgen immer wieder kleinreden und den Erfolg eher äußeren Umständen zuschreiben.
Der eigene Anteil am Erfolg wird immer wieder kleingeredet, während Fehler eher bei den eigenen Fähigkeiten gesucht werden. Aus einem misslungenen Projekt wird dann vielleicht der Gedanke: „Ich bin nicht gut genug.“ Kritik kann sich entsprechend wie eine Bestätigung der eigenen Zweifel anfühlen.
So können Erfolge vorhanden sein, ohne dass die Zweifel an den eigenen Fähigkeiten deutlich kleiner werden.

Warum Erfolg und Fehler unterschiedlich wahrgenommen werden
Genau diese unterschiedliche Zuschreibung wurde in mehreren Untersuchungen zum Impostor-Syndrom beschrieben.
Eine experimentelle Studie von Ibrahim, Göddertz und Herzberg untersuchte 170 Teilnehmer, die nach einem vermeintlichen Intelligenztest entweder positive oder negative Rückmeldung erhielten. Stärkeres Impostor Erleben hing damit zusammen, Erfolge eher äußeren und veränderlichen Ursachen zuzuschreiben, während Misserfolge stärker inneren und stabilen Ursachen zugeschrieben wurden.³
Eine weitere Studie mit 76 Teilnehmern fand ebenfalls, dass stärkeres Impostor Erleben mit einer stärkeren Tendenz verbunden war, positives Feedback äußeren, instabilen Umständen zuzuschreiben. Die gemessene Leistung in den verwendeten Intelligenzaufgaben hing dagegen nicht mit dem Ausmaß des Impostor Erlebens zusammen.⁴
Für den Alltag bedeutet das: Ein gutes Ergebnis kann eher mit Glück oder äußeren Umständen erklärt werden, während bei einem Fehler die Ursache eher bei den eigenen Fähigkeiten gesucht wird.
Aus diesen Studien lässt sich nicht ableiten, dass Menschen mit Impostor-Syndrom tatsächlich besonders kompetent sind oder ihre Fähigkeiten grundsätzlich falsch einschätzen. Sie zeigen vielmehr ein Muster darin, wie Erfolge und Misserfolge erklärt werden können.
Auch deshalb sollte das Impostor-Syndrom nicht romantisiert werden. Selbstzweifel sind kein versteckter Beweis besonderer Begabung.
Wenn der eigene Aufwand den Erfolg kleiner erscheinen lässt
Vor einer wichtigen Präsentation beginnen Sie vielleicht sehr früh mit der Vorbereitung. Sie prüfen jede Folie mehrfach, ändern Formulierungen noch spät am Abend und überlegen immer wieder, welche Fragen kommen könnten.
Die Präsentation läuft gut. Danach könnte trotzdem der Gedanke auftauchen: „Natürlich lief das gut. Ich habe mich ja auch völlig verrückt gemacht.“
Dabei ist gründliche Vorbereitung selbstverständlich ein Teil der eigenen Leistung. Beim Impostor-Syndrom kann jedoch gerade ein sehr hoher Aufwand anschließend dazu dienen, den Erfolg weniger mit den eigenen Fähigkeiten zu verbinden.
Dann lautet die Erklärung vielleicht nicht: „Ich war gut vorbereitet und konnte das Thema“, sondern eher: „Das hat nur funktioniert, weil ich so unglaublich viel dafür getan habe.“
Das bedeutet nicht, dass viel Vorbereitung an sich problematisch ist. Bei manchen Aufgaben ist sie notwendig, und Menschen unterscheiden sich darin, wie viel Vorbereitung sie brauchen.
Aufschlussreich kann eher die Frage sein, ob die Vorbereitung noch zur Aufgabe passt und ob Sie sich selbst auch einen Anteil am Erfolg zugestehen.
Wenn ein Erfolg nur deshalb zählen darf, wenn er ohne Unsicherheit, Unterstützung, Übung oder Anstrengung zustande gekommen ist, bleibt kaum noch ein Erfolg übrig, der als eigener gelten kann.
Perfektionismus und Impostor-Syndrom sind nicht dasselbe
Perfektionismus und Impostor-Syndrom werden häufig gemeinsam genannt. Sie sind jedoch nicht dasselbe.
Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2025 wertete 25 Studien mit insgesamt 12.141 Teilnehmern aus. Dabei zeigte sich vor allem ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Impostor-Syndrom und perfectionistic concerns, auf Deutsch etwa perfektionistischen Sorgen. Damit sind unter anderem Sorgen über Fehler, Zweifel an der eigenen Leistung und die Befürchtung gemeint, Erwartungen nicht zu erfüllen. Der Zusammenhang mit hohen persönlichen Leistungsansprüchen allein fiel deutlich kleiner aus.⁵
Sehr sorgfältig zu arbeiten oder hohe Ansprüche an die eigene Leistung zu haben, bedeutet noch nicht, sich wie ein Hochstapler zu fühlen.
Beim Impostor-Syndrom kann eher die Sorge hinzukommen, dass ein Fehler etwas Grundsätzliches über die eigene Kompetenz verraten könnte.
Dann geht es bei einer Präsentation nicht nur darum, sie gut zu machen. Schon ein einzelner Fehler kann dazu führen, die ganze Leistung infrage zu stellen.
Eine Frage, auf die Sie nicht sofort eine Antwort wissen, ist dann nicht einfach eine offene Frage. Sie kann sich wie ein Moment anfühlen, in dem andere endlich merken könnten, dass Sie nicht genug wissen.
Nicht jede kritische Einschätzung der eigenen Leistung gehört deshalb zum Impostor-Syndrom. Es kann durchaus stimmen, dass eine Präsentation schlecht vorbereitet war oder für eine Aufgabe noch Erfahrung fehlt. Entscheidend ist eher, wie weit Sie aus einem einzelnen Fehler schließen. Aus „Diesen Teil konnte ich nicht beantworten“ kann beim Impostor-Syndrom schnell „Ich kann das eigentlich gar nicht“ werden.
Wenn Anforderungen unklar sind und Rückmeldungen fehlen
Beim Impostor-Syndrom wird schnell so gesprochen, als müsse man die Erklärung vor allem bei der betroffenen Person selbst suchen. Das greift jedoch zu kurz.
Arbeitsumgebungen unterscheiden sich darin, wie klar Erwartungen formuliert werden, wie Rückmeldungen gegeben werden und welche Orientierung Menschen in einer neuen Rolle bekommen. Auch eine neue Position, wenig Einarbeitung oder das Gefühl, besonders genau beobachtet zu werden, können für das eigene Erleben eine Rolle spielen.⁶
Ein systematischer Review zur Forschung am Arbeitsplatz zeigt, dass beim Impostor-Syndrom neben persönlichen Merkmalen auch Bedingungen des beruflichen Umfelds untersucht werden. Gleichzeitig ist die bisherige Forschung in vielen Punkten noch uneinheitlich.² ⁶
Deshalb sollte nicht jede Unsicherheit sofort als persönliches Muster verstanden werden. Wenn Anforderungen unklar sind, Rückmeldungen fehlen oder jemand tatsächlich immer wieder abgewertet wird, gehört auch das zur Situation.
Dann lohnt sich nicht nur die Frage: „Warum zweifle ich so an mir?“, sondern auch: „Welche Rückmeldungen und Bedingungen erlebe ich hier tatsächlich?“
Impulse für den Alltag
Beim Impostor-Syndrom kann es zunächst aufschlussreich sein, genauer zu beobachten, wie Sie Ihre eigene Leistung bewerten und erklären.
Erfolg und Erklärung getrennt festhalten: Notieren Sie zunächst, was konkret gelungen ist. Erst danach kommt Ihre Erklärung dafür. So lässt sich leichter erkennen, ob die eigene Leistung in der Begründung noch vorkommt.
Bei Fehlern genauer werden: Statt „Ich kann das nicht“ können Sie beschreiben, was tatsächlich nicht funktioniert hat. So bleibt der Blick bei der konkreten Situation, statt aus einem Fehler gleich auf die eigenen Fähigkeiten insgesamt zu schließen.
Lob nicht sofort relativieren: Wenn Sie bei einem Kompliment gleich erklären möchten, warum Sie es eigentlich nicht verdient haben, können Sie diese Erklärung für einen Moment weglassen. Ein einfaches „Danke“ reicht zunächst.
Vorbereitung mit der Aufgabe vergleichen: Es kann sich lohnen zu prüfen, ob der Umfang Ihrer Vorbereitung noch zur Aufgabe passt oder ob sehr viel zusätzlicher Aufwand nötig erscheint, damit Sie sich ausreichend vorbereitet fühlen.
Den gleichen Maßstab ausprobieren: Fragen Sie sich, wie Sie dieselbe Leistung bei einem Kollegen beurteilen würden. Nicht um sich künstlich besser zu bewerten, sondern um zu prüfen, ob für Sie selbst ein deutlich strengerer Maßstab gilt.
Wenn der Druck, weiter funktionieren und leisten zu müssen, zunehmend den Alltag bestimmt, kann ergänzend der Beitrag „Psychotherapie Rosenheim: Wenn ‚Ich schaff das noch‘ nicht mehr stimmt“ eine andere Perspektive darauf geben, was passiert, wenn Durchhalten immer mehr Kraft kostet.
Begleitung in Rosenheim
Manche Menschen kommen in meine Praxis, obwohl beruflich von außen vieles gut läuft. Sie haben Verantwortung übernommen, Prüfungen bestanden, Projekte erfolgreich abgeschlossen oder sich über Jahre in ihrem Beruf entwickelt. Trotzdem bleibt das Gefühl, irgendwann könnte auffallen, dass sie eigentlich nicht gut genug sind.
In der Begleitung kann zunächst sehr konkret angeschaut werden, wann dieser Zweifel auftaucht. Dabei kann es zum Beispiel darum gehen, was nach Lob passiert, wie Sie sich einen Erfolg erklären, welche Bedeutung ein Fehler für Sie bekommt oder wie viel Vorbereitung Sie brauchen, um sich für eine Aufgabe ausreichend vorbereitet zu fühlen.
Dabei muss nicht vorschnell nach einer Ursache in der Vergangenheit gesucht werden. Ebenso wichtig können die aktuelle Arbeitssituation, die tatsächlichen Anforderungen, der Umgang mit Kritik und die Maßstäbe sein, die Sie an sich selbst anlegen.
Zunächst kann es um eine genauere Einordnung gehen: Welche Kritik ist berechtigt? Wo gibt es tatsächlich noch etwas zu lernen? Und an welchen Stellen werden vorhandene Leistungen immer wieder kleiner gemacht, als sie sind?
Einladung zum Erstgespräch
Wenn Selbstzweifel trotz wiederholter Erfolge viel Raum einnehmen oder Sie sich vor wichtigen Aufgaben regelmäßig unter erheblichen Druck setzen, kann ein erstes Gespräch Raum geben, Ihre konkrete Situation genauer anzuschauen.
Ich lade Sie zu einem kostenlosen telefonischen Erstgespräch ein – einem ersten, vertraulichen Gespräch, in dem Sie in Ruhe schauen können, ob sich der Kontakt für Sie stimmig anfühlt und ob das, was Sie beschäftigt, hier einen Platz hat. Ohne Verpflichtung, in Ihrem eigenen Tempo.
Für weitere Informationen besuchen Sie auch gerne meine Website unter www.patrickgeorg.de.
Fragen, die mir Klienten zu diesem Thema häufig stellen (FAQ)
Ist das Impostor-Syndrom eine psychische Erkrankung?
Nein. Das Impostor-Syndrom beziehungsweise Impostor Phenomenon ist keine eigenständige psychische Diagnose. Der Begriff beschreibt ein Erleben mit Selbstzweifeln, Schwierigkeiten, eigene Erfolge anzuerkennen, und der Sorge, von anderen überschätzt zu werden.²
Kann ich erfolgreich sein und mich trotzdem wie ein Hochstapler fühlen?
Ja. Gerade beim Impostor-Syndrom können sichtbare Erfolge und die eigene Einschätzung der eigenen Fähigkeiten deutlich auseinanderliegen. Das bedeutet allerdings nicht, dass besonders erfolgreiche Menschen zwangsläufig stärker betroffen sind oder Selbstzweifel ein Zeichen besonderer Kompetenz wären.
Warum überzeugt mich Lob manchmal nicht?
Beim Impostor-Syndrom können Erfolge eher äußeren Umständen zugeschrieben werden, etwa Glück, einer leichten Aufgabe oder der Unterstützung anderer. Forschung zu Attributionen zeigt dieses Muster sowohl in experimentellen Untersuchungen als auch bei positivem Leistungsfeedback.³ ⁴ Ob das bei Ihnen der Grund ist, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Ist Impostor-Syndrom dasselbe wie Perfektionismus?
Nein. Beide können zusammen auftreten, sind aber unterschiedliche Konzepte. Eine Meta-Analyse von 2025 fand besonders starke Zusammenhänge mit perfektionistischen Sorgen und deutlich kleinere Zusammenhänge mit hohen Leistungsansprüchen an sich selbst.⁵
Wann kann psychologische Begleitung sinnvoll sein?
Ein Gespräch kann in Betracht kommen, wenn Selbstzweifel regelmäßig Entscheidungen beeinflussen, Sie sich vor Aufgaben immer wieder sehr stark unter Druck setzen, Erfolge kaum für sich annehmen können oder das Thema zunehmend andere Lebensbereiche beschäftigt. Dabei kann auch angeschaut werden, welche Anforderungen und Rückmeldungen im aktuellen Umfeld tatsächlich bestehen.
Hinweis: Als Heilpraktiker für Psychotherapie (HeilprG) gebe ich keine Heilversprechen ab. Weder Linderung noch Besserung können garantiert werden. Die Begleitung in meiner Praxis dient der psychologischen Unterstützung und der Aktivierung eigener Ressourcen. Sie ersetzt keine ärztliche oder psychiatrische Behandlung und keine Psychotherapie durch approbierte Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten, kann aber eine sinnvolle Ergänzung sein. Die Inhalte dieses Beitrags dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle fachliche Einschätzung oder Begleitung.
Quellen & weiterführende Literatur für Interessierte
Clance, P. R. & Imes, S. A. (1978). The imposter phenomenon in high achieving women: Dynamics and therapeutic intervention. Psychotherapy: Theory, Research & Practice, 15(3), 241–247.
Bravata, D. M., Watts, S. A., Keefer, A. L. et al. (2020). Prevalence, Predictors, and Treatment of Impostor Syndrome: a Systematic Review. Journal of General Internal Medicine, 35, 1252–1275.
Ibrahim, F., Göddertz, D. & Herzberg, P. Y. (2023). An experimental study of the non-self-serving attributional bias within the impostor phenomenon and its relation to the fixed mindset. Current Psychology, 42, 26440–26449.
Brauer, K. & Proyer, R. T. (2022). The Impostor Phenomenon and causal attributions of positive feedback on intelligence tests. Personality and Individual Differences, 194, 111663.
Hill, A. P. & Gotwals, J. K. (2025). A meta-analysis of multidimensional perfectionism and impostor phenomenon. Journal of Research in Personality, 118, 104639.
Gullifor, D. P., Gardner, W. L., Karam, E. P., Noghani, F. & Cogliser, C. C. (2024). The impostor phenomenon at work: A systematic evidence-based review, conceptual development, and agenda for future research. Journal of Organizational Behavior, 45(2), 234–251.
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