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Die unsichtbaren Narben der Seele: Ein Wegweiser durch die verschiedenen Arten von Traumata

  • Autorenbild: Patrick Georg
    Patrick Georg
  • 3. Apr.
  • 6 Min. Lesezeit
Patrick Georg erläutert die verschiedenen Arten von Traumata und Ansätze zur Nervensystem-Regulation in seiner Praxis in Rosenheim.

Auf einen Blick: Was Sie heute mitnehmen können


  • Trauma-Verständnis: Warum Trauma keine Schwäche, sondern eine biologische Überforderungsreaktion ist.

  • Die Vielfalt der Spuren: Der Unterschied zwischen einmaligen Ereignissen und chronischen Prägungen in der Kindheit.

  • Wege der Linderung: Wie moderne Ansätze wie die Polyvagal-Theorie helfen können, das Sicherheitsgefühl im Körper wiederzufinden.

Das Leben schreibt Geschichten, die manchmal Spuren hinterlassen, die tiefer gehen als das, was wir oberflächlich wahrnehmen. Vielleicht spüren Sie eine Schwere, die Sie nicht zuordnen können, oder bestimmte Situationen lösen in Ihnen eine Reaktion aus, die sich übermächtig anfühlt. In meiner Privatpraxis für Psychotherapie (HeilprG) in Rosenheim begegnen mir oft Menschen, die sich fragen: „Ist das, was ich erlebe, ein Trauma? Und wie kann ich damit Frieden schließen?“


Trauma ist kein rein klinischer Begriff – es ist eine zutiefst menschliche Erfahrung. Es beschreibt den Moment, in dem unsere Bewältigungsstrategien von einem Ereignis oder einer Lebensumwelt überfordert wurden. Das Verständnis der verschiedenen Arten von Traumata kann ein erster, befreiender Schritt sein, um sich selbst mit mehr Milde zu begegnen.



Das Schocktrauma: Wenn die Welt plötzlich stillsteht


Das Schocktrauma (auch Monotrauma genannt) ist das, was die meisten Menschen klassischerweise unter einem Trauma verstehen. Es handelt sich um ein einmaliges, meist unvorhersehbares Ereignis wie Unfälle, Überfälle oder medizinische Notfälle.


  • Beispiele: Unfälle, Naturkatastrophen, Überfälle oder medizinische Notfälle.

  • Das Erleben: In diesen Momenten schaltet unser Nervensystem auf Überlebensmodi wie Kampf, Flucht oder Erstarrung (Freeze). Wenn diese Energie nicht abfließen kann, könnte es sein, dass der Körper im Alarmzustand verharrt.


In meiner Begleitung schauen wir uns nicht nur das Ereignis an, sondern wie Ihr Körper heute auf diese alten Signale reagiert, um dem System behutsam zu vermitteln: Die Gefahr ist vorüber.



Das Entwicklungstrauma: Wenn das Fundament Risse bekommt


Ein Entwicklungstrauma bezieht sich auf eine langanhaltende, chronische Belastung während der sensiblen Phasen der Kindheit und Jugend. Es geht hier weniger um ein einzelnes Ereignis, sondern um eine Umwelt, die nicht kindgerecht war.


  • Das Erleben: Das Kind wächst in einer Atmosphäre auf, die von Vernachlässigung, Instabilität oder emotionaler Kälte geprägt ist. Auch überhöhter Leistungsdruck oder eine Rollenumkehr (Parentifizierung), bei der das Kind sich um die emotionalen Belange der Eltern kümmern muss, können ein Entwicklungstrauma begünstigen.


  • Die möglichen Auswirkung: Da das Gehirn und das Nervensystem noch in der Entwicklung sind, passt sich der Organismus an diese "unsichere Welt" an. Dies könnte dazu führen, dass Betroffene später Schwierigkeiten haben, ihre Emotionen zu regulieren oder ein stabiles Selbstwertgefühl zu entwickeln. Es ist, als wäre das innere Betriebssystem auf einen dauerhaften Überlebensmodus programmiert worden.


Woran man ein Entwicklungstrauma erkennen könnte:


  • Ein diffuses Gefühl, „nicht richtig“ zu sein.

  • Schwierigkeiten, Grenzen zu setzen oder Nähe zuzulassen.

  • Eine hohe Sensibilität für die Stimmungen anderer (Hypervigilanz).



Das Bindungstrauma: Die Wunde im "Wir"


Während das Entwicklungstrauma den allgemeinen Rahmen beschreibt, zielt das Bindungstrauma spezifisch auf die Qualität der Beziehung zu den engsten Bezugspersonen ab. Der Mensch ist biologisch darauf programmiert, Sicherheit in der Nähe anderer zu suchen. Bei einem Bindungstrauma wird genau diese Quelle der Sicherheit zur Quelle der Angst oder Enttäuschung.


  • Das Paradoxon: Das Kind erlebt ein unlösbares Dilemma: Die Person, bei der es Schutz suchen möchte, ist gleichzeitig die Person, die Schmerz zufügt oder emotional vollkommen unerreichbar ist.

  • Mögliche Folgen: Dies könnte sich im Erwachsenenalter durch tief sitzende Bindungsängste oder ein ambivalentes Verhältnis zu Nähe und Distanz zeigen. Man sehnt sich nach Kontakt, doch sobald er entsteht, signalisiert das System "Gefahr".


Woran man ein Bindungstrauma erkennen könnte:


  • Ambivalenz gegenüber Nähe: Ein tiefes Verlangen nach emotionaler Verbindung, gepaart mit einem gleichzeitigen Fluchtreflex oder Unbehagen, wenn jemand einem "zu nahe" kommt.

  • Schwierigkeiten bei der Grenzsetzung: Es fällt schwer, "Nein" zu sagen, oder die eigenen Bedürfnisse klar zu kommunizieren, oft aus einer unbewussten Angst heraus, verlassen zu werden.

  • Ständiges Scannen des Gegenübers: Eine ausgeprägte Fähigkeit (Hypervigilanz), die Stimmung oder Mimik anderer Menschen sofort zu deuten, um sich präventiv anzupassen.

  • Gefühl der emotionalen Taubheit: In Konfliktsituationen oder bei starker Nähe schaltet das System ab (Dissoziation), man fühlt sich wie "abgeschnitten" von den eigenen Gefühlen.

  • Negatives Selbstbild: Tief sitzende Glaubenssätze wie „Ich bin nicht liebenswert“ oder „Ich bin eine Last für andere“, die oft völlig unabhängig von tatsächlichen Erfolgen bestehen.

  • Angst vor Ablehnung: Kleinste Anzeichen von Desinteresse oder Zeitmangel des Partners oder der Freunde werden als existenzielle Ablehnung wahrgenommen.

  • Wahl belastender Partner: Ein unbewusstes Muster, sich immer wieder zu Menschen hingezogen zu fühlen, die emotional ähnlich unerreichbar sind wie die ursprünglichen Bezugspersonen.


In meiner Privatpraxis für Psychotherapie (HeilprG) in Rosenheim betrachten wir diese Anzeichen nicht als Defizit, sondern als eine sehr kluge, damals lebensnotwendige Anpassungsleistung Ihres Nervensystems.


Sollten Sie sich in mehreren dieser Punkte wiedererkennen, könnte eine diskrete Begleitung helfen, mehr Klarheit über Ihre individuellen Bindungsmuster zu gewinnen.



Komplexes Trauma (K-PTBS): Die Summe der Erfahrungen


Wenn ein Mensch über einen langen Zeitraum hinweg wiederholt zwischenmenschlicher Gewalt, Vernachlässigung oder Unterdrückung ausgesetzt war, sprechen wir oft von einem komplexen Trauma. Hier sind die Auswirkungen meist vielschichtiger als bei einem einmaligen Schockereignis.


Dies könnte die Selbstwahrnehmung tiefgreifend beeinflussen. Betroffene berichten oft von einer fragmentierten Wahrnehmung oder dem Gefühl, den Kontakt zu sich selbst verloren zu haben. In meiner Praxis für Psychotherapie (HeilprG) in Rosenheim legen wir hier besonderen Wert auf die Stabilisierung. Es geht nicht darum, sofort in den Schmerz einzutauchen, sondern erst einmal wieder einen Boden unter den Füßen zu spüren.



Sekundäres Trauma und Generationentrauma: Die Last der anderen


Manchmal tragen wir Lasten, die gar nicht unsere eigenen sind.


  • Sekundäre Traumatisierung: Dies betrifft oft Menschen in helfenden Berufen, die indirekt durch die Berichte und das Leid anderer traumatisiert werden.

  • Transgenerationales Trauma: Die moderne Forschung (Epigenetik) legt nahe, dass traumatische Erfahrungen unserer Vorfahren (z. B. Kriegserlebnisse) Auswirkungen auf nachfolgende Generationen haben könnten. Dies kann man meist besonders gut in einer Familienaufstellung sichtbar machen.


Es ist wichtig zu verstehen, dass Ihr Schmerz legitim ist, auch wenn Sie das auslösende Ereignis nicht selbst „erlebt“ haben. Eine achtsame Wahrnehmung dieser Zusammenhänge kann helfen, unbewusste Lasten loszulassen.



Ein Weg möglicher Linderung: Wie Unterstützung aussehen kann


Psychotherapie (nach dem Heilpraktikergesetz) in meiner Praxis bedeutet, dass wir uns Zeit für Ihre individuelle Geschichte nehmen. Es gibt kein "Schema F", denn jeder Mensch und jedes Nervensystem reagiert anders.


Modelle, die unsere Arbeit stützen können:


  1. Das Window of Tolerance (Siegell): Wir arbeiten daran, Ihr „Fenster der Toleranz“ zu erweitern, damit Sie sich in stressigen Situationen weniger schnell überflutet oder taub fühlen.

  2. Die Polyvagal-Theorie (Porges): Dieses Modell bietet wertvolle Impulse, um zu verstehen, wie unser Körper autonom auf Bedrohung reagiert und wie wir über den Vagusnerv wieder in einen Zustand der Sicherheit finden könnten.

  3. Ressourcenorientierung: Wir suchen gezielt nach dem, was in Ihrem Leben bereits gut funktioniert – Ihre Kraftquellen im Alltag oder in der schönen Natur des Chiemgau.



Begleitung in Rosenheim


Ein Trauma ist keine Schwäche, sondern eine biologische Antwort auf extreme Umstände. Eine professionelle Begleitung kann Ihnen dabei helfen, die Puzzleteile Ihrer Geschichte neu zusammenzusetzen.


In meiner Privatpraxis biete ich Ihnen einen diskreten Rahmen, in dem wir ohne Zeitdruck und auf Augenhöhe schauen, was Sie für Ihre individuelle Entwicklung brauchen. Ohne Zeitdruck, auf Augenhöhe und mit dem Fokus auf Ihre individuelle Entwicklung.


Einladung zum Erstgespräch


Möchten Sie herausfinden, wie ich Sie unterstützen kann?

Ich lade Sie zu einem kostenlosen telefonischen Erstgespräch ein – einem ersten, vertraulichen Gespräch, in dem Sie in Ruhe schauen können, ob sich der Kontakt richtig anfühlt und ob das, was Sie beschäftigt, hier einen Platz hat. Ohne Verpflichtung, in Ihrem eigenen Tempo.

Besuchen Sie für weitere Informationen auch meine Startseite unter www.patrickgeorg.de.


Fragen, die mir Klienten zu diesem Thema häufig stellen (FAQ)

Muss ich mich an alles erinnern, um ein Trauma zu verarbeiten? Nein. In der körperorientierten Begleitung arbeiten wir oft mit dem „Hier und Jetzt“ – also damit, wie sich die Belastung heute in Ihrem Körper zeigt. Das Nervensystem speichert Erfahrungen auch ohne bewusste Bilder.


Was ist das „Window of Tolerance“? Das ist Ihr persönliches Fenster der Belastbarkeit. Trauma führt oft dazu, dass dieses Fenster sehr schmal wird – man schießt schnell in Panik (Übererregung) oder rutscht in Taubheit (Untererregung). Ziel unserer Impulse ist es, dieses Fenster sanft wieder zu erweitern.


Reicht eine normale Gesprächstherapie bei Trauma aus? Gespräche sind wichtig für das Verständnis. Da Trauma jedoch tief im autonomen Nervensystem sitzt, integriere ich in meiner Praxis in Rosenheim oft körperorientierte Ansätze, um die biologische Stressreaktion direkt dort anzusprechen, wo sie entsteht.


Hinweis: Als Heilpraktiker für Psychotherapie (HeilprG) gebe ich keine Heilversprechen ab. Weder Linderung noch Besserung können garantiert werden. Die Begleitung in meiner Praxis dient der psychologischen Unterstützung und der Aktivierung eigener Ressourcen – sie ersetzt keine fachärztliche oder psychiatrische Behandlung und keine Psychotherapie nach dem Psychotherapeutengesetz, kann aber eine sinnvolle Ergänzung sein. Die Inhalte dieses Beitrags dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle therapeutische Begleitung.

Quellen & weiterführende Literatur für Interessierte:

  • Porges, S. W. (2011). The Polyvagal Theory: Neurophysiological Foundations of Emotions, Attachment, Communication, and Self-regulation. Norton & Company. (Grundlagen zur Stressreaktion des Nervensystems).

  • Van der Kolk, B. (2014). The Body Keeps the Score: Brain, Mind, and Body in the Healing of Trauma. Viking. (Standardwerk zur Speicherung von Trauma im Körper).

  • Siegel, D. J. (2012). The Developing Mind: How Relationships and the Brain Interact to Shape Who We Are. Guilford Press. (Modell des "Window of Tolerance").

  • Levine, P. A. (2010). In an Unspoken Voice: How the Body Releases Trauma and Restores Goodness. North Atlantic Books. (Ansätze zur körperorientierten Linderung von Schocktraumata).

KI-gestützter Content – Mit Herz und Verstand von mir überarbeitet.



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